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Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ)

Die „Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ)“ ist ein Sonderprogramm des Bundes und wird über die Bundesagentur für Arbeit angeboten. Sie ist ein betriebliches Langzeitpraktikum und dient jugendlichen Ausbildungssuchenden als Brücke in ihre Berufsausbildung, d.h. in ein festes Ausbildungsverhältnis. Die Zielgruppe sind zum einen Jugendliche unter 25 Jahren, die eine Ausbildung suchen und bis zum 30. September eines Jahres noch nicht in eine solche vermittelt sind. Zum anderen wendet sich EQ an Jugendliche, die noch nicht in vollem Umfang ausbildungsreif sind. Dabei orientiert sich EQ an Ausbildungsinhalten anerkannter Ausbildungsberufe, so auch an dem Beruf des Rechtsanwaltsfachangestellten. Der Vorteil für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die Jugendlichen im Rahmen der Einstiegsqualifizierung eine Chance geben, liegt darin, dass sie ihre Nachwuchskräfte für das Anwaltsbüro näher kennenlernen und sich ein Bild über die praktischen Begabungen jenseits der Schulzeugnisse machen können. Gleichzeitig werden Jugendliche behutsam an die Ausbildung zur/zum Rechtsanwaltsfachangestellten herangeführt. Nicht selten geht die EQ-Maßnahme schon vorzeitig, d.h. bereits vor Ablauf des Praktikumsjahres, in ein festes Ausbildungsverhältnis über. Die Förderung beginnt grundsätzlich am 1. Oktober eines Jahres und dauert mindestens sechs und höchstens zwölf Monate. Bei der Dauer der EQ-Maßnahme sollte immer berücksichtigt werden, dass die EQ die Aufnahme einer Ausbildung ermöglichen soll.

Förderberechtigt sind alle privaten Arbeitgeber, mithin auch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Die EQ ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Der Betrieb erhält von der Agentur für Arbeit oder dem jeweiligen Träger der Grundsicherung eine Vergütung von 216,00 €/Monat sowie einen pauschalierten Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozial-versicherungsbeitrag. Dieser Betrag wird jährlich neu berechnet und beträgt ab dem 01.01.2015 monatlich 108,00 €.

Mit dem Jugendlichen wird ein Vertrag nach § 26 Berufsbildungsgesetz (BBiG) geschlossen. Dieser sog. Qualifizierungsvertrag sieht keine Pflicht zur Übernahme in eine Ausbildung vor. Auch erfolgt eine Anrechnung von maximal 6 Monaten auf eine sich anschließende Ausbildung freiwillig bzw. im Einzelfall in Abstimmung mit der Kammer. Vordrucke von EQ-Verträgen finden Sie in unserem Formularcenter oder erhalten Sie in der Geschäftsstelle der Rechtsanwaltskammer.

Im Rahmen einer laufenden EQ-Maßnahme besucht der Jugendliche die Berufsschule (meist die Fachklasse des ersten Ausbildungsjahres), soweit für den Jugendlichen eine Berufsschulpflicht besteht. Selbstverständlich erfolgt die Förderung auch für Zeiten des Berufsschulunterrichts. Eine Anrechnung des EQ-Praktikums kann nur erfolgen, wenn der Jugendliche am Berufsschulunterricht teilnimmt.

Am Ende der EQ erhalten die Absolventen sowohl ein betriebliches Zeugnis des Rechtsanwalts als auch ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der EQJ, das die Rechtsanwaltskammer ausstellt.

  

Weitere Informationen:

Einstiegsqualifizierung „Rechtsanwaltskanzlei/Büropraxis“
Tätigkeitsbereiche, Qualifikationen, betriebliches Zeugnis (Muster), Zertifikat (Muster)

Merkblatt der RAK des Saarlandes
Informationen zur Förderung und zum Verfahrensablauf etc.

Fragen und Antworten zur EQ

Flyer der Bundesagentur für Arbeit
Stand: Januar 2011


EQ-Vertrag
Der Vertrag kann im Formularcenter abgerufen werden.