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Ausbildung

Allgemeine Informationen zur Ausbildung finden Sie unter dem Punkt Ausbildung im Bürgerbereich.

Empfehlungen zur Höhe einer angemessenen Ausbildungsvergütung für alle neuen BAV ab 2016

Die außerordentliche Mitgliederversammlung der Rechtsanwaltskammer des Saarlandes hat sich am 18.11.2015 mit der Angemessenheit der Ausbildungsvergütung befasst. Da die bis dahin seit 15 Jahren bestehende Regelung zur Ausbildungsvergütung, wonach die Untergrenze der Angemessenheit, die auf 310,00 € festgelegt wurde (Beschluss der Jahresversammlung vom 02.05.2001), nicht unterschritten werden durfte, einer Anpassung bedurfte, wurde nunmehr eine konkrete Empfehlung zur Ausbildungs-vergütung beschlossen, die für alle ab 2016 neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse gilt:

1. Ausbildungsjahr:          415,00 €
2. Ausbildungsjahr:          490,00 €
3. Ausbildungsjahr:          555,00 €

Gemäß § 17 Abs. 1 BBiG haben Auszubildende Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Sie ist nach dem Lebensalter so zu bemessen, dass sie mindestens jährlich ansteigt. Da hier keine tarifliche Regelung zugrunde liegt, orientiert sich die Angemessenheit an der Empfehlung der zuständigen Kammer. Liegt die Ausbildungsvergütung um mehr als 20 % unter den Empfehlungen der Kammer, wird eine Unange-messenheit der Vergütung vermutet (BAG 30.09.1998, AP § 10 BBiG a. F. Nr. 8). Die Empfehlung der Rechtsanwaltskammer des Saarlandes hat daher verbindlichen Charakter.

Ausbildungsverträge, die die Empfehlung um mehr als 20 % unterschreiten, werden daher nicht in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen. Die Eintragung ist jedoch zwingende Voraussetzung für die spätere Zulassung der/des Auszubildenden zur Zwischen- und Abschlussprüfung.

Förderprogramme „Ausbildung“

Derzeit gibt es im Saarland zwei Förderprogramme, über die wir Sie nachstehend informieren möchten:

1. Landesprogramm „Ausbildung jetzt“

Durch die veränderte Ausbildungsmarktsituation war es notwendig, das Förderprogramm „Ausbildung jetzt“ zu modifizieren und die Förderbereiche den veränderten Bedingungen anzupassen. Eine Anreizförderung für Unternehmen zur Schaffung von Ausbildungsplätzen ist nach Ansicht des Ministeriums für Wirtschaft und Wissenschaft inzwischen nicht mehr erforderlich, da es mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gibt und die Betriebe ein eigenes Interesse haben, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Die ehemals gezahlte Zuwendung von 1.600,00 € ist daher weggefallen.

Das Hauptaugenmerk liegt nun auf der Zielgruppe der förderungsbedürftigen Jugendlichen und deren Unterstützung bei der Vermittlung in und während der Ausbildung. Als förderungsbedürftig zählen Jugendliche und junge Erwachsene, die schulische und/oder soziale Defizite aufweisen bzw. sozial benachteiligt sind und zur Aufnahme und zum erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung besonderer Unterstützung bedürfen. Betriebe, die diese Jugendlichen ausbilden, erhalten Unterstützung und Entlastung durch die Bildungsträger.

Die Jugendlichen werden während der gesamten Ausbildungszeit durch die Bildungsträger individuell und intensiv sozialpädagogisch betreut. Soweit erforderlich, werden sie bis zur Prüfung im notwendigen Umfang unterstützt.

Für Betriebe bieten die Bildungsträger neben einem persönlichen Ansprechpartner für die gesamte Dauer der Ausbildung, u. a. bei Problemen persönlicher und sozialer Art, die den Verlauf der Ausbildung negativ beeinflussen, Hilfe und Entlastung bei Formalien im Zusammenhang mit der Ausbildung sowie Krisenintervention und Konfliktmanagement.

Ausbildungsverträge im Rahmen des Landesprogrammes „Ausbildung jetzt“ können nur über die Bildungsträger abgeschlossen werden. Den für Sie zuständigen Bildungsträger entnehmen Sie bitte dem Flyer des Ministeriums „Ohne Umwege in die Ausbildung“  (Stand: August 2011).

 

 2. Ausbildungsbonus

Eine Förderung der betrieblichen Ausbildung durch die Zahlung eines Ausbildungsbonus an den Arbeitgeber erfolgt ab dem 1. Januar 2011 nur noch, wenn der Lehrling seine Ausbildung wegen Insolvenz, Stilllegung oder Schließung des ausbildenden Betriebes vorzeitig beenden musste und in dem neuen Ausbildungsbetrieb seine Lehre abschließen kann. Alle anderen Fördermöglichkeiten im Rahmen des Ausbildungsbonus sind zum 31.12.2010 ausgelaufen.

Der Bonus soll Arbeitgeber motivieren, diesen Menschen eine neue Chance für den Einstieg in das Berufsleben zu bieten und sie zu qualifizierten Fachkräften auszubilden.

Der Ausbildungsbonus kann bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Die Höhe des Ausbildungsbonus richtet sich nach dem allgemein üblichen Gehalt der/des geförderten Auszubildenden im ersten Lehrjahr und beträgt 4000, 5000 oder 6000 Euro. Werden bei Abschluss des neuen Ausbildungsvertrages bereits erfolgreich absolvierte Teile der Ausbildung auf die Ausbildungsdauer angerechnet, reduziert sich der Ausbildungsbonus anteilig.

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Das Ausbildungsplatzförderungsprogramm der SIKB (Kreditprogramm) wird nicht mehr fortgeführt; die Förderrichtlinie ist zum 31. März 2011 außer Kraft getreten.

Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015 – 2018

Am 12. Dezember 2014 unterzeichneten die „Allianz“-Partner die Vereinbarung zur neuen „Allianz für Aus- und Weiterbildung“. Bund, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder wollen gemeinsam die duale Berufsausbildung in Deutschland stärken.

Jedem ausbildungsinteressierten Menschen soll ein Pfad aufgezeigt werden, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann. Die betriebliche Ausbildung hat dabei klaren Vorrang.

Ziele der Allianz für Aus- und Weiterbildung:

  • die Bedeutung und Attraktivität der beruflichen Bildung deutlich aufwerten,
  • die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss weiter reduzieren,
  • jedem ausbildungsinteressierten Menschen im Rahmen der im Koalitionsvertrag angesprochenen Ausbildungsgarantie einen „Pfad“ aufzeigen, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann,
  • die Passungsprobleme zwischen Bewerberinnen und Bewerbern und Unternehmen regional und berufsfachlich verringern,
  • auf der Grundlage einer weiter entwickelten Datenlage die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze und die Zahl der ausbildungsbereiten Betriebe erhöhen,
  • die Zahl der jungen Menschen im Übergangsbereich weiter reduzieren und den Übergangsbereich möglichst an staatlich anerkannten betrieblichen Ausbildungsberufen orientieren,
  • die Qualität der Ausbildung weiterentwickeln,
  • die Weiterbildung und insbesondere die Aufstiegsfortbildung stärken.

Beiträge der Partner:

Wirtschaft

  • will 20.000 zusätzliche Ausbildungsplätze in 2015 gegenüber den 2014 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen zur Verfügung stellen; Ziel: Niveau auch in Folgejahren sichern;
  • macht jedem vermittlungsbereiten Jugendlichen, der zum 30.9. noch keinen Ausbildungsplatz hat, drei Angebote für betriebliche Ausbildung;
  • bietet jährlich 500.000 Praktikumsplätze für Schüler/innen im Rahmen der Berufsorientierung an; Wirtschaft ermöglicht jeder interessierten Schule Kooperation mit Unternehmen;
  • stellt jährlich 20.000 Plätze für Einstiegsqualifizierung bereit;
  • erklärt sich bereit, die Übernahme von Jugendlichen aus der kooperativen außerbetrieblichen Ausbildung nach dem ersten Ausbildungsjahr in die betriebliche Ausbildung zu erhöhen.

Bund

  • die Partner der Allianz wollen den Einstieg in die assistierte Ausbildung auf den Weg bringen; als ersten Schritt streben sie für das Ausbildungsjahr 2015/2016 bis zu 10.000 Plätze für die assistierte Ausbildung an. Die Allianz-Partner wollen zudem das Instrument der assistierten Ausbildung verstetigen. Sie werden 2015 gemeinsam über die Ausweitung und die Finanzierung ab dem Ausbildungsjahr 2016/2017 entscheiden. Der Bund wird für das Instrument der assistierten Ausbildung eine entsprechende gesetzliche Initiative auf den Weg bringen;
  • sichert Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung im Rahmen der Initiative Bildungsketten bis zum Jahrgang 2018/2019;
  • baut Instrument der ausbildungsbegleitenden Hilfen aus;
  • passt Meister-BAföG an.

Länder

  • entwickeln aufbauend auf ihren jeweiligen Programmen und Strukturen in Zusammenarbeit mit dem Bund ein kohärentes Konzept für die Berufsorientierung und den Übergang von der Schule in den Beruf;
  • sorgen zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit dafür, dass künftig die duale Ausbildung stärker als Perspektive auch an Gymnasien im Rahmen der Berufsorientierung vermittelt wird;
  • wirken darauf hin, dass Berufsorientierung als fester Bestandteil in der Lehramtsausbildung oder Fort- und Weiterbildung der Lehrer/innen sowie als Aufgabe der Schulen unter Einbindung der Bundesagentur für Arbeit verankert wird;
  • sichern Qualität der Berufsschulen durch regelmäßige Evaluationen;
  • setzen sich für eine stärkere Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte ein; die Länder werben für Transfer von Anrechnungsverfahren zwischen Hochschulen für ausgewählte Berufe und fachlich ähnlichen Studiengängen;
  • setzen sich dafür ein, berufsschulische Angebote in zumutbarer Entfernung aufrecht zu erhalten.

Gewerkschaften

  • entwickeln zusammen mit der Wirtschaft Beschwerdemanagement für Auszubildende und erproben es pilothaft in ausgewählten Regionen;
  • entwickeln zusammen mit der Wirtschaft und den Ländern Qualitätsstandards für Betriebspraktika von Schüler/innen in der Berufsorientierung;
  • fördern gemeinsam mit der Wirtschaft und mit Unterstützung des Bundes die Umsetzung von Maßnahmen zur Weiterbildung in der Praxis im Rahmen der ESF-Sozialpartnerrichtlinie „Fachkräfte sichern: weiterbilden und Gleichstellung fördern“;
  • verbreiten mit der Wirtschaft gemeinsam Beispiele für gute Ausbildung.

alle Partner

  • führen gemeinsame Maßnahmen durch, um die Ausbildungsbeteiligung junger Migranten/innen deutlich zu steigern;
  • beraten bzw. entwickeln gemeinsam Erfolgskriterien für die diversen Arbeitsbündnisse „Jugend und Beruf“;
  • werben in einer gemeinsamen Kampagne und einer „Woche der Ausbildung“ insb. für die Stärkung der beruflichen Bildung;
  • bilanzieren regelmäßig die vereinbarten Ziele und Beiträge und passen sie ggf. an.

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung löst den Ende 2014 auslaufenden Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs ab. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist – wie bereits im Ausbildungspakt – auch Partner der neuen Allianz, die bis Ende 2018 läuft.

Quelle: Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des BFB:
http://www.freie-berufe.de/themen/berufliche-bildung/allianz-fuer-aus-und-weiterbildung.html

 

Formulare

Unterlagen zur Ausbildung wie finden Sie im Formularcenter.

Termine für die Abschlussprüfung Sommer 2017

Anmeldeschluss: 15. März 2017

Recht, Wirtschafts- und Sozialkunde
u. Rechnungswesen: 24. April 2017

Fachbezogene Informationsver-
arbeitung: 26. April 2017

Zivilprozessrecht u. RA-Gebührenrecht:
28. April 2017

Mündliche Prüfung: 12. Juni 2017